Baubefunde und Stratigraphie der Unterburg (Kampagnen 1976 bis 1983)
Die mykenische Palastzeit (SH III B2) und beginnende Nachpalastzeit (Beginn SH III C)
Reichert Verlag
ISBN 978-3-95490-091-6
Standardpreis
Bibliografische Daten
Fachbuch
Buch. Hardcover
2016
11 s/w-Abbildungen.
Umfang: 320 S.
Format (B x L): 22,5 x 31,5 cm
Gewicht: 1593
Verlag: Reichert Verlag
ISBN: 978-3-95490-091-6
Produktbeschreibung
Im ersten Teil dieser kritischen Auswertung und maximalen Darstellung von Kilians Ergebnissen wird die Unterburg während ihrer wohl intensivsten Ausbauphase gezeigt, deren Beginn mit der Vollendung der Festungsanlage und der letztmaligen Erneuerung des Palastes auf der Oberburg einherging. Unser heutiges Bild von Tiryns ist in besonderem Maße durch diesen Zeitabschnitt geprägt. Die eng an den Palast gebundene, durch vielfältige Architekturformen und ganz unterschiedliche Inventarausstattungen auf eine sozial abgestufte Bevölkerung weisende Unterburgsiedlung prosperierte etwa zwei Generationen lang. Noch gegen Ende dieses Siedlungsabschnitts erfolgten aufwendige Umbaumaßnahmen an der nördlichen Befestigung und mehrere Neubauten im Inneren der Unterburg. Gegen 1200 v. Chr. wurde die gesamte Burganlage jedoch zerstört. Während der Palast einem Brand zum Opfer fiel, ist in der Unterburg die im Siedlungsbefund als durchgängiger Zerstörungshorizont kenntliche Katastrophe in ihren Ursachen noch nicht befriedigend erklärt. Die vom Ausgräber favorisierte Erklärung als eine Zerstörung durch Erdbeben wird derzeit auf den Prüfstein gelegt.
Der zweite Teil der vorliegenden Arbeit befasst sich mit den unmittelbar auf die Zerstörung folgenden Siedlungsaktivitäten am Beginn von SH III C Früh. Kilians sorgfältigen feinstratigraphischen Beobachtungen ist es zu verdanken, dass hier, wie an keinem anderen Ort, eine Wiederbesiedlung der noch bestehenden Ruinen nachgewiesen werden konnte. Dabei muss offen bleiben, ob es sich um die angestammte Bevölkerung oder neu hinzugezogene Bevölkerungsteile handelte, auch eine Kombination von beidem wäre möglich. Diese Phase der „Ruinenbewohnung“ markiert den Beginn der Nachpalastzeit, die im Weiteren zu einer Neuordnung der Unterburg nach gänzlich veränderten Planungsvorstellungen führen sollte. Im Anfangsstadium orientierte sie sich jedoch noch an den Bauten der ausgehenden Palastzeit. Auffallend ist die vergleichsweise geringe Qualität der provisorisch wirkenden Wohnstätten, was auf einen vollständigen Bruch mit den bisherigen Ressourcen hindeutet. Historisch gesehen ist der Niedergang der mykenischen Paläste eine Phase des gesellschaftlichen Umbruchs – in der Unterburg von Tiryns kann die vermutlich nur kurze Übergangszeit im archäologischen Befund gefasst werden.
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