Wie kann ich mein Studium finanzieren?

Wenn du nach dem Schulabschluss oder der Ausbildung ein Studium beginnen möchtest, stellt sich die Frage nach der Finanzierung eben jenes Studiums bzw. wie du deine Lebenshaltungskosten bestreitest. Vor allem, wenn du nicht oder nur teilweise durch deine Eltern unterstützt wirst, musst du dich nach weiteren Möglichkeiten der Studiumsfinanzierung umsehen.

 

Aufstellung deiner monatlichen Kosten: Checkliste

Als Erstes solltest du dich fragen, wie teuer dein Studium und Lebensunterhalt werden kann. Prinzipiell ist ein Studium an staatlichen Hochschulen gebührenfrei, allerdings gibt es weitere Ausgaben, die du noch berücksichtigen musst. Die anfallenden Kosten können stark variieren, je nachdem, ob du zum Studieren in eine Stadt mit hohen Lebenshaltungskosten ziehst und in welcher Höhe deine Uni Semesterbeiträge erhebt.

Deswegen ist es sinnvoll, sich im Vorfeld Gedanken zu machen, was für Ausgaben auf dich zukommen. Erst danach kannst du konkret einschätzen, wie viel Geld du im Monat benötigst. Im Blick haben solltest du wesentliche Bereiche wie

 

  • Miete mit Mietnebenkosten
  • Versicherungen
  • Ernährung / Essen
  • Semesterbeiträge und Lernmittel
  • Fahrtkosten
  • Internet / Telefon
  • Gesundheit
  • Freizeit u.a.

Mit unserer Checkliste kannst du gleich loslegen, deine persönlichen Aufwendungen eintragen und deinen Monatsbetrag berechnen. Damit weißt du, wie hoch deine finanzielle Belastung während deines Studiums ist.

TIPP: Für unerwartete Ausgaben solltest du immer einen Notgroschen haben. Es kann mal schnell ein neues Handy, eine Waschmaschine u.ä. fällig werden. 

 

Finanzielle Möglichkeiten: Jobben, Förderung oder Studienkredit

Viele Studierenden werden während ihres Studiums durch ihre Eltern bzw. Familie finanziell unterstützt. Dazu erhalten die Eltern vom Staat Kindergeld.

Die Höhe des Kindergeldes beträgt 219 Euro (seit Anfang 2021) und wird an Eltern bis zum 25. Lebensjahr ihres Kindes ausgezahlt. Der Anspruch auf Kindergeld erlischt auch davor, wenn das Studium beendet bzw. abgebrochen wird.

Wichtig: Wer bereits eine Berufsausbildung oder ein Erststudium (z.B. Bachelorabschluss) abgeschlossen hat, mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet und nicht als Minijobber oder Werkstudent Geld verdient, kann seinen Anspruch auf Kindergeld wegen eines eigenen Einkommens im Studium verlieren.

Wem die finanzielle Unterstützung der Eltern nicht ausreicht oder wer sie nicht erhält, muss sich nach anderen Möglichkeiten der Studiumsfinanzierung umsehen.

Folgende Finanzierungsquellen kannst du unterscheiden:

  1. Selbstfinanzierung (Jobben)
  2. Fremdfinanzierung (Kredit / Darlehen, BAföG)
  3. Förderung (Stipendien)

Oft wird ein Studium nicht nur aus einer, sondern aus verschiedenen Quellen finanziert.

 

Jobben

Die meisten Studierenden arbeiten neben ihrem Studium oder in den Semesterferien und kommen damit für ihren Lebensunterhalt teilweise oder ganz auf (Selbstfinanzierung). Du hast die Wahl zwischen einem Minijob, Semesterferien-Job oder du kannst als Werkstudent tätig zu sein.

Mit einem Minijob darfst du im Monat bis maximal 450 Euro verdienen. Das hat den Vorteil, dass keine Sozialversicherungsbeiträge oder Steuern für dich anfallen. Diese Verdienstmöglichkeit eignet sich besonders, wenn du schon andere Einkünfte wie Elternunterhalt oder BAföG hast und noch einen Zuverdienst brauchst. Vor allem wirkt sich ein Minijob bis zu dieser Grenze nicht aus, wenn du BAföG beziehst.

Anders sieht es da schon bei einer Beschäftigung als Werkstudent aus. Es gibt es eine zeitliche Begrenzung von 20 Stunden in der Woche, aber keine Gehaltsobergrenze. In den Semesterferien entfällt die zeitliche Begrenzung (26 Wochen eines Jahres) und du kannst mehr arbeiten.

 

Kredite / Darlehen

Kredite bzw. Darlehen können dir durch schwierige finanzielle Phasen helfen, sollten aber nicht die gesamte Studienzeit in Anspruch genommen werden. Das Geld ist am Ende der Laufzeit plus Zinsen zurückzuzahlen. Du kannst Studienkredite je nach Region bei Sparkassen oder Banken aufnehmen oder über die KfW-Bankengruppe, die Studiendarlehen bundesweit vergibt.
Mit dem zinsgünstigen Bildungskredit der Bundesregierung erhältst du unabhängig vom Einkommen eine zusätzliche finanzielle Hilfe. Er kann sogar parallel zum BAföG bezogen werden, ist aber auf höchstens zwei Jahre befristet. Diese genannten Arten der finanziellen Unterstützung gehören alle zur Fremdfinanzierung.

Deine erste Anlaufstelle ist die Beratungsstelle deines Studierendenwerkes, wenn du einen Studienkredit beantragen willst.

Tipp: Prüfe die Kredit-Angebote in Bezug auf Konditionen und zurückzuzahlende Gesamtsumme genau, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

 

BAföG

Diese staatliche Studienfinanzierung soll für mehr Gerechtigkeit im deutschen Hochschulsystem sorgen, in dem jungen Menschen eine Ausbildung finanziert wird. Seit seiner Einführung vor über 50 Jahren konnten durch das BAföG Millionen Menschen studieren.
Wer BAföG erhält, muss später die Hälfte der finanziellen Hilfe (zinsloses Darlehen) zurückzahlen, die andere Hälfte wird als Zuschuss gewährt.

Ob dir BAföG bewilligt wird hängt von der Höheöhe deines Einkommens und das deiner Eltern oder deines Ehegatten / Lebenspartner ab. Auch die Höhe der BAföG-Förderung bemisst sich danach.

Der BAföG-Höchstsatz beträgt derzeit 752 Euro pro Monat (unter 25 Jahre) oder 861 Euro pro Monat (zwischen 25 und 29 Jahren). Förderfähig ist ein Erststudium in Vollzeit, aber nur für die Regelstudienzeit. BAföG muss jedes Jahr neu beantragt werden.

Detaillierte Informationen findest du auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung www.bafög.de. Dort kannst du auch gleich den Antrag online einreichen.

Tipp: Informiere dich auch persönlich in der jeweiligen Beratungsstelle deines Studierendenwerkes.

 

 

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Stipendien

Du denkst, dass Stipendien nur etwas für Überflieger sind? Falsch! Neben Bestnoten kann auch gesellschaftliches Engagement (z.B. Ehrenamt) überzeugen. Ebenso kann die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe (z.B. Mütter) darüber entscheiden, ob der Antrag erfolgreich ist.
Ein großer Vorteil von Stipendien: Du musst das erhaltene Geld nicht zurückzahlen, denn es handelt sich um eine Förderung.

Die Suche nach dem passenden Stipendiengeber und auch die Bewerbung selbst sind aufwendig, aber lohnend. Stipendien werden von unterschiedlichen Organisationen und Verbänden wie Kirchen, Gewerkschaften, Parteien u.v.a. angeboten. Welche Stipendienprogramme es gibt, kannst du beispielsweise detailliert in der Datenbank der Begabtenförderungswerke www.stipendiumplus.de oder auf Deutschlandstipendium www.deutschlandstipendium.de recherchieren.

 

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