Erschienen: 31.05.2012 Abbildung von Wolkenfeld | August Wilhelm Ambros’ „Geschichte der Musik“: | 2012 | die Professionalisierung der h... | 25

Wolkenfeld

August Wilhelm Ambros’ „Geschichte der Musik“:

die Professionalisierung der historischen Musikwissenschaft im 19. Jahrhundert

lieferbar, ca. 10 Tage

2012. Buch. 466 S. Softcover

Kovac. ISBN 978-3-8300-6364-3

Format (B x L): 14,8 x 21 cm

Gewicht: 600 g

Das Werk ist Teil der Reihe: Studien zur Musikwissenschaft; 25

Produktbeschreibung

August Wilhelm Ambros (1816–1876) gehört zu den Begründern des universitären Fachs Musikwissenschaft und war maßgeblich an der institutionellen Konstituierung des Faches beteiligt. Seine „Geschichte der Musik“ gehört zu den Schlüsselwerken der Musikwissenschaft. Leider ist das Wissen über Ambros und sein Verdienst heute in den Hintergrund getreten, während Zeitgenossen wie Hanslick und Adler fest im Bewusstsein der Musikwissenschaft verankert sind
Ambros war der erste professionelle deutschsprachige Musikhistoriker des 19. Jahrhunderts. Seine „Geschichte der Musik“ ist keine literarische, für den Laien bestimmte Arbeit. Seine Konzeption war vielmehr darauf ausgerichtet, eine an den methodischen Maßstäben der Geschichts­wissenschaft messbare Musikgeschichte zu schreiben. Sie zielt – darauf besteht Ambros explizit – auf eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Inhalt ab.

Da er sich mit diesem Vorhaben auf ein Gebiet begab, das von dem in der Entstehung begriffenen Fach Musikwissenschaft noch nicht abgedeckt wurde, musste Ambros sich sowohl seine philosophische als auch methodische Konzeption völlig neu erarbeiten. Indem Ambros auf die Ansätze seiner Nachbardisziplinen wie der Kunstgeschichte oder der Rechtswissenschaft zurückgriff, entstand eine neuartige Herangehensweise historischer Musikgeschichtsforschung.
Vorbilder und Anregungen für die methodische Konzeption und Ausgestaltung der Geschichte der Musik fand Ambros in den kunsthisto­rischen Übersichtswerken seiner Zeit (u.a. Schnaase, Springer, Kugler), aber auch in den Denkschemata und Methoden der Historische Schule des Rechts (Savigny). Um darzustellen „wie es eigentlich gewesen“, musste auch in der Musikgeschichtsschreibung Quellenforschung und -kritik (nicht das Kompilieren vorhandener Texte) die Basis wissenschaftlichen Arbeitens werden. Die beeindruckende Zahl der von Ambros gesammelten und übertragenen Quellen wurde die wichtige Grundlage seiner Musikhistoriographie.
Indem Ambros für die Musikgeschichtsschreibung eine Methodik etablierte, die im Gegensatz zum populären historischen Musikschrifttum (u.a. Brendel, Köstlin, Dommer) die Möglichkeit eines fachlichen Diskurses bot, konnte sie wissenschaftlich werden: Ergebnisoffene Aussagen eröffneten die Möglichkeit der Modifikation, Falsifikation und Selbstkritik. Mit dem Anspruch, Musikgeschichte nicht kompilatorisch zu konstruieren, sondern induktiv und empirisch zu „erforschen“, legte Ambros wichtige Grundlagen des professionellen musikhistorischen Arbeitens.

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