Erschienen: 01.07.2019 Abbildung von Witthöft | Der Alte Elbtunnel | 2019 | Geschichte und Geschichten

Witthöft

Der Alte Elbtunnel

Geschichte und Geschichten

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Buch. Hardcover

2019

168 S.

ProMar. ISBN 978-3-00-062684-5

Format (B x L): 22.8 x 27.7 cm

Gewicht: 1000 g

Produktbeschreibung

"Eines der Eigenartigsten Bauwerke, das zwar nicht zu den schwierigsten, aber wohl zu den interessantesten Ausführungen der Ingenieurskunst Deutschlands zu zählen ist, wurde in Deutschlands größter Hafenstadt, der alten Hansestadt Hamburg, im letzten Jahr fertig gestellt und dem Verkehr übergeben. Es ist dies der Elbtunnel, der als unterirdischer Verkehrsweg, tief unter der Sohle des hier 400 m breiten Elbstromes den Stadtteil St. Pauli mit den Industrie- und Hafengebieten Steinwärder und Kuhwärder verbindet."
So bescheiden und sachlich beginnt Baumeister Otto Stockhausen 1912 in der Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure seinen ausführlichen Bericht über die Entstehung jenes Bauwerkes, des Elbtunnels, das von da an zu den charakteristischsten der Hansestadt Hamburg zählt. Es ist ein unverwechselbares Bauwerk, das auch heute noch Jahr für Jahr, neben der eigentlichen Erfüllung seiner Nutzfunktion als Verbindungsweg zwischen den Stadtteilen diesseits und jenseits der Elbe tausende Besucher anzieht. Der Tunnel ist in jedem Stadtführer als außerordentliche Sehenswürdigkeit verzeichnet, und er gilt als Schmuckstück besonders für jenen Teil des Elbufers, der als St.-Pauli-Landungsbrücken weit über die Grenzen unseres Landes hinaus bekannt ist.
Damals, zu Anfang des vorigen Jahrhunderts, wurde das, was tüchtige Baumeister und ein Heer von Arbeitern unter schwierigen Bedingungen an und unter der Elbe schufen, als staunenswerte Ingenieurskunst höchster Vollendung angesehen. Von "Jahrhundertbauwerken" wurde in jener Zeit zwar noch nicht gesprochen, nach heutigen Maßstäben hätte es eine solche Bezeichnung aber mit einiger Sicherheit erhalten.
Seine solide Bauweise ist bis heute über alle Zweifel erhaben. Spätere Modernisierungen tun dieser Feststellung nicht den geringsten Abbruch. Zwar täuscht Nichts darüber hinweg, dass die technische Entwicklung ihn seit geraumer Zeit überholt hat - deswegen heißt es ja inzwischen auch der "Alte Elbtunnel" - zum alten Eisen zählt es aber deswegen noch lange nicht.
Der Verkehrsablauf wirkt heute zwar im Vergleich zu früheren Zeiten eher bedächtig und die passierende Fuhrwerke (heute Autos) sind deutlich weniger geworden, aber ein Bauwerk wie dieses sollte nicht nur an seinem "Verkehrswert" gemessen, nicht nur vom ökonomischen Standpunkt aus beurteilt werden. Einen hohen Stellenwert haben die gesamtbauliche Wirkung, die zahlreichen damit verbundenen, für den dafür offenen Betrachter liebenswerten nostalgischen Linien im Verbund mit den vielen Detailschönheiten, die sich dem Suchenden öffnen. Das hat auch die Hansestadt Hamburg erkannt, die in der Zeit nach dem Krieg mit ihren Baudenkmälern nicht unbedingt pfleglich umgegangen ist. Mit der nach und nach erfolgten Grundsanierung und vor allem aufwendigen Restaurierung des Alten Elbtunnels, die wahrscheinlich 2024 abgeschlossen sein wird, hat Hamburg allerdings ein Zeichen nicht nur für den Denkmalschutz, sondern für das Stadtbild insgesamt gesetzt, das es zu würdigen gilt. Es ist mit seiner Detailliebe und handwerklichen Kunstfertigkeit ein Meisterstück sorgsam kultivierter, denkmalgeschützter Stadtgeschichte.
Im Folgenden geht es dann auch weniger um das Zweckbauwerk, sondern mehr um das Kulturdenkmal. An seinen Bau soll erinnert werden. Es ist keine Fachabhandlung für Ingenieure und Wasserbauer, sondern vielmehr der Versuch eines Liebhabers, der den Tunnel schon oft und meistens zu Fuß durchquert hat - nachts können die Röhren sehr, sehr lang werden - und nun, in alten Berichten kramend, die Geschichte dieser Verbindung - Tunnel verbinden zum Glück ja immer - festhalten will. Das Ganze ist ein Stück Hamburger Geschichte, ein Stück Geschichte des Elbstromes, des Hafens und auch der Schifffahrt.
Ich habe es für reizvoll gehalten, das Geschehen teilweise so wiederzugeben, wie Zeitzeugen es verfolgt und erlebt haben. Deshalb wird auch viel mit Zitaten in der damaligen Sprache berichtet, ohne dass dies ironisch gemeint ist. Aber wie sonst könnten die Tageseindrücke festgehalten, die Stimmung des Augenblicks wiedergegeben werden?

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