Erschienen: 31.10.2015 Abbildung von Wiercinski / | Hotel Drei Mohren | 2015

Wiercinski /

Hotel Drei Mohren

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Buch. Hardcover

2015

336 S.

Hirmer. ISBN 978-3-7774-2518-4

Format (B x L): 27 x 25 cm

Produktbeschreibung

Mit einem prachtvollen Tross hielt der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Franz II., 1792 wenige Tage nach seiner Wahl zum Kaiser im Drei Mohren Einzug, und die hohen Herrscherhäuser gaben sich ein Stelldichein, als einige Jahrzehnte später (1838) Zar Nikolaus im Hotel wohnte.



Adelige aus England frequentierten das Haus im 18. Jahrhundert auf ihrer Grand Tour zu den spektakulären Ausbrüchen des Vesuvs, Musiker und Forscher übernachteten hier auf ihren Reisewegen quer durch Europa: Joseph Haydn unterwegs von Wien nach London, Alexander von Humboldt mit dem Ziel 'nach Tibet in Asien'. Die 1866 aus der Frankfurter Paulskirche vertriebenen Politiker des Deutschen Bundestages wohnten im Drei Mohren, als dieser in Augsburg aufgelöst wurde.



Technikgeschichte schrieb man im Drei Mohren, als das Hotel 1882 eine der ersten Lichtanlagen Süddeutschlands erhielt und als man 1898 einen der ersten Dieselmotoren der Welt in Betrieb nahm. Immer wieder wurde das traditionsreiche Haus umgebaut und modernisiert, um den wachsenden Ansprüchen der Gäste zu genügen: Das Barockpalais wandelte sich 1875 zu einem noch prächtigeren, modernen Grandhotel, nachdem sich mit dem Bau der Eisenbahn die Stadt Augsburg zu einem bedeutenden Industriestandort entwickelt hatte. Nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg war das Haus neu errichtet worden und bot dem Wirtschaftswunder eine Bühne.



Stets ausgezeichnet war die Küche. So hielt Julius Bierbaum fest, was im Jahr 1902 Common Sense war: 'Wenn man in München gut speisen will, muß man nach Augsburg in die Drei Mohren fahren.' Legendär war im 19. Jahrhundert auch der Weinkeller. Da konnte zum Essen durchaus ein fast hundert Jahre alter Portwein aus dem Jahr 1776 serviert werden.



Seit seiner Gründung war das Drei Mohren ein Ort großer, farbenprächtiger Redouten und beliebter Bälle für die Augsburger, und noch im späten 19. Jahrhundert gab man hier prachtvolle Bankette für Könige und Kaiser. Auch kuriose Episoden erlebte das Haus gelegentlich, wie das wilde Treiben in dem bald verrufenen hauseigenen Kabarett, der sogenannten Trocadero-Diele, 1919, oder als 1985 Johnny Cash seine Zimmertür mit einem Messer traktierte.

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