Erschienen: 14.02.2007 Abbildung von Reichardt / Mann / Paxton | Faschismustheorien | 1. Auflage 2002 | 2002 | 1/2007

Reichardt / Mann / Paxton

Faschismustheorien

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1. Auflage 2002 2002. Buch. 347 S. Hardcover

HIS. ISBN 978-3-936096-30-9

Das Werk ist Teil der Reihe: Mittelweg 36; 1/2007

Produktbeschreibung

Die Geschichte des 20. Jahrhunderts erklärt sich in vielerlei Hinsicht durch den Ersten Weltkrieg und die mit ihm verbundene historische Zäsur. So hätte es ohne den Ersten Weltkrieg wohl keine russische Revolution und keinen italienischen Faschismus, gewiß aber keinen Stalin oder Hitler gegeben. Die Folgen dieses Krieges gingen erst mit der 1989 beginnenden Auflösung des Ost-West-Gegensatzes zu Ende.

Was aber machte den Ersten Weltkrieg zu einer historischen Zäsur? Welches waren die Faktoren, die sich als prägend für die kommenden Jahrzehnte erweisen sollten? Warum hatten sie so verhängnisvolle Auswirkungen, daß der Krieg mit dem Attribut der »Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts« gekennzeichnet wurde? Diese Fragen sind nicht neu, doch zeigen die Autoren, daß der Blick auf die Gesamtheit der Entwicklung im 20. Jahrhundert Antworten möglich macht, die sich von früheren unterscheiden. Ausgehend von grundlegenden Reflexionen zur Bedeutung des Ersten Weltkriegs befassen sich die Autoren mit der häufig vernachlässigten Rolle Rußlands in diesem Krieg sowie mit der Bündnispolitik der Kriegsparteien, die in ihren Zielen, Spannungen und Widersprüchen dargestellt werden.

Im zweiten Teil konzentrieren sie sich auf unterschiedliche, jeweils im länderspezifischen Vergleich untersuchte Aspekte des modernen industrialisierten Krieges, angefangen von der Massenmobilisierung in den beteiligten Staaten bis hin zur Funktion der Kriegsökonomien und den Versuchen einer weitgehenden Einbeziehung der Arbeiterschaft in die Heimatfront. Wie ein roter Faden durchzieht die Ausführungen das wesentliche Merkmal, das den Krieg von allen bisherigen unterschied und das als Kampf um Ideale und Ideologien zu beschreiben ist. Zivilisation kämpfte gegen Kultur, Gut gegen Böse, ein Einlenken kam für beide Seiten nicht in Betracht. Zusammen mit den destruktiven Potentialen des technischen Fortschritts gab diese Unbedingtheit dem Krieg ein Gepräge, das zum Grundmuster künftiger Konflikte werden sollte.

Den enttäuschten Hoffnungen, den verschiedenen Arten ihrer Verarbeitung, ihres Gebrauchs und Mißbrauchs wenden sich die Autoren im dritten Teil zu. Im Ergebnis, so wird anhand von zahlreichen Beispielen deutlich, versagten beide Seiten. Die Siegermächte, indem sie mit dem Sieg nichts anzufangen wußten, einen mit hehren Ansprüchen gesättigten und auch darum untauglichen Völkerbund kreierten und ansonsten ihren alten machtpolitischen Kalkülen verhaftet blieben. Und Deutschland versagte, indem es die Niederlage nicht als Chance eines Neuanfangs begriff, sondern sich statt dessen in Halbwahrheiten, Mythen und Lügen flüchtete.

Nach einem modernen Krieg wie dem Ersten Weltkrieg kann es auf Dauer keine Sieger und Besiegten geben. Um der eigenen Existenz willen sind beide Seiten gezwungen, die Lehren aus der vorangegangenen zivilisatorischen Katastrophe zu ziehen.

Gesamtwerk

Die 8. Auflage ist wieder auf sechs Bände angelegt. Darin finden sich übersichtlich und in systematischer Gliederung Vertragsmuster aus der Feder erfahrener Experten. Jedem dieser Muster folgen Anmerkungen, mit denen der dem Vertragsentwurf zu Grunde liegende Sachverhalt und die Gründe für die Wahl des spezifischen Formulars erläutert werden.

Autoren

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