Erschienen: 31.03.2006 Abbildung von Politik des Sozialen - Verhandlungen über Lebewesen | 2006 | Moralische Ökonomien heute | 99

Politik des Sozialen - Verhandlungen über Lebewesen

Moralische Ökonomien heute

vergriffen, kein Nachdruck

11,00 €

inkl. Mwst.

Buch. Softcover

2006

112 S

USP. ISBN 978-3-89370-415-6

Format (B x L): 14,6 x 20,5 cm

Gewicht: 170 g

Das Werk ist Teil der Reihe: Widersprüche; 99

Produktbeschreibung

Zwischen Wirtschaft und Moral finden wir in jeder Phase der kapitalistischen Entwicklung geschäftige Verbindungen, um die Lebensweisen von anderen zu strukturieren. Die heutigen Propagandisten der neoliberalen Transformation der Gesellschaft moralisieren arbeitsteilig. Die Werbung für die Erwerbsmentalität und die Selbstmobilisierung des Arbeitskraft-Unternehmers (und der durch Arbeit, Kinderbetreuung und Zeitmangel-Management über sich hinauswachsenden Arbeitskraft-Unternehmerin) richten sich an “uns”, an die “Mitte der Gesellschaft”. “Nach oben” werden von Medien-Intellektuellen Moralpredigten und moralische Appelle veröffentlicht, doch nicht allzu marktradikal zu agieren und das Gemeinwohl eines “Wirtschaftsstandortes” im Auge zu behalten. “Nach unten” beobachten wir als Teil der “Politik der neuen Unterschicht” (Untertitel des Heftes 98 der WIDERSPRÜCHE) moralische Deklassierungen und die Verbindung von Moral und Sanktion(-sdrohung). Wir können zudem bemerken, dass veröffentlichte Kritik des neoliberalen Umbaus des Sozialstaates den vielfach begrenzten und zu überwindenden Kompromiss “Sozialstaat” zu einem wiederherstellbaren Zustand definiert und zur überhistorischen Norm erklärt. Gegen dieses traditionalistisch werdende normative Muster von Kritik wurde in Heft 97 der WIDERSPRÜCHE das Projekt verfolgt, die Politik des Sozialen auszubuchstabieren und Umrisse einer “sozialen Infrastruktur zum Betreiben des eigenen Lebens” zu skizzieren. Moral und Moralisierung finden wir also an verschiedenen sozialen Orten. Verhandelbar werden Lebensweisen erst, wenn von den Strategien und Begriffen Abstand gewonnen wird. In dieser Hinsicht führt dieses Heft Diskussionen der beiden vorangegangenen Hefte der WIDERSPRÜCHE fort. Der Akzent verschiebt sich auf die Seite der Subjekte und dem “Nicht-Warenförmigen” (Heinz Steinert) ihrer Lebensweisen. Im Zentrum der unter dem Schwerpunktthema versammelten Beiträge steht der Begriff der “moralischen Ökonomie” von Edward P. Thompson sowie die Anwendung und Aktualisierung seiner Perspektive, um Alltagspraktiken der Leute verstehbar zu machen.

Das Heft enthält folgende SCHWERPUNKT-Beiträge: Timm Kunstreich: MARKT MACHT MORAL – zur moralischen Ökonomie der Sozialen Arbeit; Cornelia Frieß und Marcus Hußmann: Alternative professionelle Aktionsmuster Sozialer Arbeit. Eine Reflexion des sozialraumorientierten Handelns der Hamburger Kinder- und Familienhilfezentren aus der Perspektive „moralischer Ökonomien“ des 18. Jahrhunderts; Hans-Jürgen Benedict: Gottes Ökonomie der Gaben. Eine Erinnerung an ein kulturelles Kapital des Christentums; Helga Cremer Schäfer: “Not macht erfinderisch”: Zu der Schwierigkeit aus der Moral der alltäglichen Kämpfe um Teilhabe etwas über die Umrisse einer Politik des Sozialen zu lernen. FORUM-Beitrag: Dieter Nelles, Armin Nolzen und Heinz Sünker: “Kinder des Widerstands” im Nationalsozialismus. Familiale und politische Sozialisationsprozesse

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