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Olhausen

Politische Kommunikation im Wandel. Die deutschsprachige Presse des (ehemaligen) Ostblocks zwischen 1980 und 2000

Eine Inhaltsanalyse der Zeitungen "Neue Zeitung", Ungarn - "Prager Volkszeitung", Tschechoslowakei/Tschechien - "Neuer Weg"/"Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien", Rumänien - "Neues Leben", Sowjetunion/Russland in den Jahren 1980, 1989, 1990 und 2000
2005. Buch, Buch. 632 S.: 122 s/w-Abbildungen.
Kovac ISBN 978-3-8300-1934-3
Das Werk ist Teil der Reihe:
Dieses Buch beschreibt den Wandel der (deutschsprachigen) Medienlandschaft im ehemaligen Ostblock. Innerhalb des analysierten Zeitraums von 1980 bis 2000 fand dort ein bisher nie dagewesener Umbruch statt. Ausgehend von den politischen Systemen wurden auch die Mediensysteme nachhaltig verändert. 1980 herrschte in den hier relevanten Ländern Ungarn, Tschechoslowakei, Rumänien und Sowjetunion noch der Sozialismus, 1989 fiel der eiserne Vorhang, 1990 begann die Demokratisierung und im Jahr 2000 sollte in allen Ländern die Demokratie fest verankert sein.
Wie sich diese Transformation in den Medien niedergeschlagen hat, wurde hier an Hand der vier zentralen deutschsprachigen Minderheitenzeitungen Neue Zeitung, Prager Volkszeitung, Neuer Weg/Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien und Neues Leben untersucht. Diese Zeitungen waren speziell für die deutschen Minderheiten konzipiert. Diese Pressegattung fand bislang noch so gut wie keinen Niederschlag in der Medienforschung.
In den sozialistischen Systemen des Ostblocks waren die Medien Teil des politischen Systems und von der politischen Führung weitgehend abhängig. Auch die deutschsprachige Presse - genau wie alle anderen Medien - war in das politische System eingebunden, allerdings mit der speziellen Aufgabe, die jeweilige deutsche Minderheit auf den Sozialismus einzuschwören. Daraus resultierte, dass sich die Zeitungen inhaltlich an politischen Vorgaben und nicht an den Interessen ihrer Leser zu orientieren hatten.
Unmittelbar nach den Umstürzen war die Euphorie in den Medien all dieser Länder groß; der Ruf nach einer freien Presse war eine der Hauptforderungen. Die neuen politischen Freiheiten wurden von den Redakteuren dieser bisher politisch kontrollierten Zeitungen konsequent genutzt, sie gestalteten ihre Blätter nun nach demokratischen Vorstellungen. Zugleich orientierten sie sich auch stärker an den Interessen ihrer Leserschaft.
Doch der Schritt zur endgültigen Verankerung einer demokratischen Presse war weitaus schwieriger. Finanzielle Schwierigkeiten, neue deutschsprachige Konkurrenten, der massive Schwund ihrer Leser durch Aussiedlung sowie der Verlust von langjährigen Mitarbeitern zwangen die Minderheitenzeitungen wieder zu Einschnitten in der Berichterstattung. Die politischen Akteure dieser Länder halten sich nun jedoch weitestgehend - ausgenommen Russland - mit Eingriffen in das Mediensystem zurück. Die deutschsprachigen Minderheitenzeitungen sind im Jahr 2000 daher keine politischen Organe mehr, sondern sie sind zu Organen ihrer jeweiligen Minderheiten geworden.
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