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Ohly

Die Perle des Wortes

Zur Geschichte eines Bildes für Dichtung
2002. Buch. 392 S. Hardcover
Verlag der Weltreligionen ISBN 978-3-458-17108-9
Perlen und Edelsteine zählen zu den kostbarsten Bildern. Seit Menschengedenken im europäischen wie im orientalischen Kulturkreis in schriftlicher Form fixiert, sind sie herausgehoben als Metapher für Dichtung schlechthin. Friedrich Ohly, der Begründer der Bedeutungs- und Motivforschung, hat diesen Schatz ans Licht gehoben: ein Unternehmen auf weitem, fast unübersehbarem Gelände, das für ihn an den Ursprung poetologischen Fragens zurückführte: Wie versteht Dichtung sich selbst?
Historisch - und innerhalb der Chronologie thematisch - geordnet, sind Ohlys kostbare Funde gereiht zu Kapiteln, die auf vielfache Weise miteinander korrespondieren: von den Ursprüngen des Perlen-Bildes in der Bibel und bei den frühen Kirchenvätern bis in die Spätzeit. Ohly läßt sich auf die ausufernden Perlenmetaphern des orientalischen Mittelalters ein. Er untersucht die poetologische Bedeutung der Metapher: Perlen als Stilfiguren und Stilformen, Die durchbohrte Perle, Gereihte Perlen, thematisiert ihre enge Beziehung zum Mythos, sei es am Beispiel der Tränen der Aurora oder der Muschelgeburt der Venus. Immer wieder macht er auf den mentalitätsgeschichtlichen Bruch zu Beginn der Neuzeit aufmerksam, an dem Transzendenz umschlägt in Immanenz, Inspirations- in Autonomieästhetik: ein Vorgang, der die Bedeutung des Perlen-Bildes nachhaltig verändert. Ganz organisch führt dieser Prozeß auf das letzte Kapitel mit seiner melancholischen Grundierung: Es spiegelt die in der Neuzeit dominante Vorstellung vom Werden der Perle als einer Krankheit der Muschel, der Entstehung des Werks aus dem Leiden. Nur zwei seiner Perlenaufsätze sind zu Ohlys Lebzeiten publiziert worden. Die anderen hob er für diese Edition auf, die noch kurz vor seinem Tod mit ihm gemeinsam geplant wurde. …
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