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Öze

Reformation und Grenzgebiete

Zur Verbreitung der Reformation in den ungarisch besiedelten Gebieten
2011. Buch. 320 S. Softcover
Leipziger Universitätsverlag ISBN 978-3-86583-587-1
Format (B x L): 16,8 x 24 cm
Gewicht: 566 g
1526 erlitt das Königreich Ungarn in der Schlacht von Mohács eine katastrophale Niederlage gegen die Osmanen. In der ungarischen Geschichtsschreibung und auch im christlichen Europa gilt dieses Ereignis als Beginn der Türkenherrschaft. In den folgenden vierzig Jahren sollte Ungarn große Gebietsverluste hinnehmen müssen, um schließlich – nach der Abspaltung der protestantischen Kirche 1567 – auch die Gesellschaft des Landes tief geteilt zu sehen.
In diesem Zeitraum wurden die Weichen für die Entwicklung Ungarns in den folgenden Jahrhunderten gestellt. Für die Akteure selbst erschien diese Zeit als Epoche des Experimentierens. Ständige Grenzverschiebungen und die Türkenherrschaft führten zu einer durchgreifenden Umwälzung. Neue religiöse und geistliche Identitätsregeln entstanden in dieser Zeit im Grenzgebiet. Die Gesellschaft wandelte sich. Neue Schichten entstanden, während andere an Bedeutung gewannen oder verschwanden.
Neben dem Militär in den zunehmend wichtiger werdenden Burgen als Gegenstand dieser Studie darf die damit verbundene Bauernschaft nicht vernachlässigt werden. Aber auch der hochadlige Hof und dessen Angehörige, das Umfeld des letzten Paladins Tamás Nádasdy und die ausgestoßenen Soldatenmönche, die Heiducken, sind zu erwähnen. Den zwei bedeutendsten Mönchsorden des früheren Ungarns, Franziskanern und Paulinern, die ihren Platz in einer sich auflösenden Religionssphäre suchten, ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Auch die Vertreter der sich ausbreitenden Reformation standen vor diesem Dilemma: Wie sollten sie auf die Bewohner des Grenzgebietes einwirken und welches Verhältnis sollten sie zu den Türken haben? Die geistliche, „ideologische” Orientierung dieser nach einem Ausweg suchenden, fliehenden Gesellschaft und die Herausbildung einer einheitlichen Identität ist hier von besonderem Interesse. Diesen Fragen geht Sándor Öze in seiner ideen-, kommunikations- und wirkungsgeschichtlichen Studie nach und prüft, wie sich diese Entwicklungen auf das spätere ungarische Nationalbewusstsein ausgewirkt haben.
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