Erschienen: 08.09.2004 Abbildung von Malle / Elste / Entner | Vermögensentzug, Rückstellung und Entschädigung am Beispiel von Angehörigen der slowenischen Minderheit, ihrer Verbände und Organisationen | 2004

Malle / Elste / Entner

Vermögensentzug, Rückstellung und Entschädigung am Beispiel von Angehörigen der slowenischen Minderheit, ihrer Verbände und Organisationen

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2004. Buch. 595 S. Softcover

De Gruyter Oldenbourg. ISBN 978-3-486-56793-9

Gewicht: 757 g

Produktbeschreibung

Die vorliegende Publikation behandelt erstmals umfassend den Vermögensentzug, die Rolle der Profiteure und die Praxis der Rückstellungen bei Kärntner Slowenen und Sloweninnen Die Zahl der Kärntner Slowenen und Sloweninnen wird für das Jahr 1938 mit 20.000 bis 30.000 Personen geschätzt. In Kärnten setzten sofort nach dem "Anschluss" Repressionen gegen Angehörige der slowenischen Minderheit, aber auch gegen deren Vereine, Organisationen und Verbände ein. Bis zur "Volksabstimmung" am 10. April 1938 und dann noch bis April 1941 hielt sich das NS-Regime bei seinen Maßnahmen noch teilweise zurück, mit dem Überfall auf Jugoslawien entfielen jedoch die letzten außenpolitischen Rücksichten bei der Behandlung der slowenischen Minderheit in Kärnten. Die Unterdrückungsmaßnahmen hatten bis April 1941, abgesehen von der Verdrängung der slowenischen Sprache aus der Öffentlichkeit (Schulen usw.), keinen Massencharakter, sie richteten sich gegen einzelne Personen (Verhaftungen, ökonomische Diskriminierungen z.B. bei der Erteilung von Konzessionen, Genehmigung von Übergabs und Kaufverträgen, Versetzungen und Gauverweis bis hin zur Verbringung in Konzentrationslager) und gegen die Organisationen bzw. die organisierte Tätigkeit der Minderheit (Behinderung der Vereinstätigkeit, sodass die Kulturarbeit nach etwa einem Jahr nahezu völlig lahmgelegt war, Eingriffe in Vereinsstatuten bis hin zur behördlichen Auflösung einzelner Vereine). Die Hauptgruppe der durch das NS-Regime vermögensrechtlich geschädigten Kärntner Slowenen bilden die "Ausgesiedelten". Innerhalb von zwei Tagen wurden am 14. und 15. April 1942 über 1.000 Personen (ca. 200 Familien) von ihren Höfen vertrieben und 917 schlussendlich in Lager der Volksdeutschen Mittelstelle verbracht. Auf ihren Höfen sollten Kanaltaler Optanten angesiedelt werden. Eine Bewertung des zurückgelassenen Vermögens erfolgte erst Wochen nach der Deportation nach gesonderten Inventaraufnahmen durch Sachbearbeiter der DAG. Vermögensverluste, die in der Zwischenzeit erfolgt waren, wurden nicht berücksichtigt. Unmittelbar nach der Zuerkennung erweiterter Handlungsbefugnisse Ende Juli 1945 durch die britische Militärregierung beschloss die provisorische Kärntner Landesregierung noch am 1. August 1945 eine Verordnung, die die Rückgabe der Höfe und Besitzungen an die zurückkehrenden "ausgesiedelten" Kärntner Slowenen regeln sollte. Die 43 slowenischen Genossenschaften und der Verband Kärntner Genossenschaften /Zveza koroških zadrug kamen zunächst unter kommissarische Verwaltung und sollten "abgewickelt" werden. 22 wurden schließlich mit "deutschen" Genossenschaften vor Ort verschmolzen und verloren dadurch ihre Rechtspersönlichkeit, 12 wurden "übernommen", d.h. unter "deutsche" Führung gestellt, blieben jedoch als Firmen erhalten. Vier Genossenschaften (drei und der Verband selbst) sollten in der Folge liquidiert werden, sie befanden sich zu Kriegsende noch im Stadium der Liquidation. Die Wiedererrichtung nach 1945 stieß auf große Schwierigkeiten.

Gesamtwerk

Die 8. Auflage ist wieder auf sechs Bände angelegt. Darin finden sich übersichtlich und in systematischer Gliederung Vertragsmuster aus der Feder erfahrener Experten. Jedem dieser Muster folgen Anmerkungen, mit denen der dem Vertragsentwurf zu Grunde liegende Sachverhalt und die Gründe für die Wahl des spezifischen Formulars erläutert werden.

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