Erschienen: 31.12.2013 Abbildung von Luchsinger | Anna Z., Schneiderin | 1. Auflage | 2013 | beck-shop.de

Luchsinger

Anna Z., Schneiderin

«Lebensbeschreibung einer (Unglücklichen!) sowie die Schilderung der Erlebnisse während zehn Jahren im Irrenhaus»

lieferbar, ca. 10 Tage

Buch. Softcover

2013

127 S.

Chronos Verlag. ISBN 978-3-0340-1158-7

Format (B x L): 15.4 x 22.6 cm

Gewicht: 239 g

Produktbeschreibung

Die Schneiderin Anna Z. verfasste 1916 in der Pflege­anstalt Rheinau eine packende Lebensbeschreibung. Diese gewährt Einblicke in das unstete Leben einer Frau, die versuchte, berufliche Passion, Unabhängigkeit und Heirat, Liebe, Sexualität und Mutterschaft zu vereinen. Der Bericht gibt zudem Aufschluss über das komplexe Konstrukt «Wahrheit» im Leben einer Anstaltspatientin, einer Insassin des «Irrenhauses». Anna Z. (1864-1938) war das elfte von sechzehn Geschwis­tern. Ihre Mutter starb, als sie klein war, und von da an sorgte die älteste Schwester Berta für die Geschwisterschar. In der Schule fiel Anna Z. durch ihre Wildheit auf und wurde deshalb für vier Jahre in ein Erziehungsheim gesteckt. Sie absolvierte eine Schneiderinnenlehre und heiratete jung einen wohlhabenden Bauern. In der neuen Umgebung fiel sie auf, weil sie oft allein mit Pferd und Wagen unterwegs war. Wegen eines Scheckbetrugs wurde Anna Z. verhaftet; danach fühlte sie sich verändert, reiste «planlos» umher und quartierte sich in Hotels ein - unter falschem Namen. Ihre erneute Verhaftung führte 1904 zur Einweisung in die psychiatrische Klinik Burghölzli, von wo sie nach einem Jahr als «unheilbar» in die Pflegeanstalt Rheinau «spediert» wurde. Hier verfasste Anna Z. in den Jahren 1915/16 ihre packende Lebensbeschreibung. In der Anstalt verlebte sie, wenn sie zur Strafe isoliert oder zu den «unruhigen» Frauen verlegt wurde, schlimme Zeiten. Wenn sie jedoch ein eigenes Zimmer hatte und für die Anstaltsschneiderei - und auf eigene Rechnung für die Wärterinnen - nähen konnte, fühlte sie sich nicht unwohl. Dennoch blieb es stets ihr Ziel, wieder ein selbständiges Leben zu führen. Mehrmals verbrachte sie kurze oder längere Zeit bei ihrer Schwester in «Familienpflege», wo sie als Störschneiderin arbeitete. Dabei wurden ihr einmal ein Zirkusbesuch, ein andermal ihre Verlobung mit einem Mitarbeiter der Anstalt zum Verhängnis.

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