Erschienen: 19.02.2008 Abbildung von Köth | Psychotherapie ist keine Behandlung | 2008 | Vom Unsinn der psychotherapeut... |  51

Köth

Psychotherapie ist keine Behandlung

Vom Unsinn der psychotherapeutischen Diagnoseziffern, Krankheitsmodelle, Therapieverfahren, Wirkfaktoren, Veränderungskonzepte und Beziehungsmuster -Plädoyer für ein bildungsorientiertes Verständnis von Psychotherapie

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2008. Buch. 99 S. Softcover

VAS - Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt/M.. ISBN 978-3-88864-151-0

Format (B x L): 12 x 18 cm

Produktbeschreibung

'Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen!' So drastisch umschreibt der Volksmund ein Prinzip, das der Soziologe Robert K. Merton in Anspielung auf ein Gleichnis aus dem Matthäus-Evangelium ('Denn wer da hat, dem wird gegeben werden.') etwas vornehmer als 'Matthäus-Effekt' bezeichnet hat. Es besagt, dass bekannte Autoren häufiger zitiert werden und dadurch noch bekannter werden. Wenn der Matthäus-Effekt durch gegenseitige Gefälligkeitszitate mehrerer Autoren herbeigeführt oder verstärkt wird, spricht man von einem 'Zitierkartell'. Dieses Zitierkartell muss aber noch nicht einmal auf eine bewusste Absprache zurückzuführen sein, sondern es entspringt den wissenschaftlichen Gepflogenheiten, auf diejenigen Autoren Bezug zu nehmen, die der gleichen Ansicht wie man selbst sind. Für den Leser hat dieses Zitierverhalten den Vorteil, dass sehr schnell eingeschätzt werden kann, in welchem Kontext sich der Autor bewegt, auf welche Referenzliteratur er sich bezieht und wie belesen er ist.

In der Diskussion psychotherapeutischer Fragen lässt sich an den zitierten Autoren schnell erkennen, wes Geistes Kind der jeweilige Autor ist, d.h. oft auch, welcher therapeutischen 'Schulrichtung' er zuzuordnen ist. Um ein Klischee, das aber dennoch nicht ganz aus der Luft gegriffen ist, zu strapazieren: Psychoanalytisch orientierte Autoren pflegen einen Aufsatz mit einem Zitat von Freud zu eröffnen; wenn sie sich genauer in den aktuellen Strömungen verorten wollen, lassen sich auch Kernberg oder Kohut als Bezugspunkte heranziehen. Verhaltenstherapeuten beziehen sich wahlweise auf Wolpe, Ellis, Beck, Meichenbaum oder Kanfer, neuerdings auch Grawe. Anhänger humanistischer Therapien geben sich durch einen Hinweis auf Maslow, Rogers oder Perls zu erkennen und Systemiker verweisen oft auf Maturana, Watzlawick oder Bateson. Dies nur als grobe Orientierung. Der versierte Leser wird die Feinheiten der Bezugnahme und die nach aktuellen Entwicklungen sich ändernden 'Zitierkoriphäen' jeweils leicht entschlüsseln. Im Folgenden geht es mir aber nicht um die schulenspezifischen Zitiermoden und Hinweise auf bestimmte Autoren, sondern um einige Begriffe, die durch die Dynamik von Matthäus-Effekt und Zitierkartell schulenübergreifend so häufig und oft unreflektiert zitiert bzw. benutzt werden, dass sie, in Anspielung auf das Eingangszitat könnte man sagen, so sehr angehäuft wurden, dass es fast unmöglich erscheint, danebenzuscheißen. Die folgenden Überlegungen könnte man, mit dem Volksmund gesprochen, als Versuch bezeichnen, neben dem 'mainstream' der psychotherapeutischen Debatten einen neuen Haufen zu eröffnen oder zu vergrößern. Auch diesen Gedanken kann man unter Rückgriff auf die Thesen des Wissenschaftstheoretikers Thomas S. Kuhn seriöser formulieren: Es geht darum, einige zentrale Begriffe des medizinisch-pharmazeutischen Paradigmas von Psychotherapie kritisch zu reflektieren und ein alternatives, bildungsorientiertes Verständnis zu begründen und zu erläutern.

Gesamtwerk

Die 8. Auflage ist wieder auf sechs Bände angelegt. Darin finden sich übersichtlich und in systematischer Gliederung Vertragsmuster aus der Feder erfahrener Experten. Jedem dieser Muster folgen Anmerkungen, mit denen der dem Vertragsentwurf zu Grunde liegende Sachverhalt und die Gründe für die Wahl des spezifischen Formulars erläutert werden.

Autoren

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