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Kalverkämper

Eigennamen in der Fachkommunikation

Onomastik der Moderne - eine moderne Onomastik? Ein kritisches Plädoyer für eine interdisziplinäre Methodologie
2006. Buch, Buch. 226 S.: 6 s/w-Abbildungen, 1 s/w-Foto.
Kovac ISBN 978-3-8300-2738-6
Das Werk ist Teil der Reihe:
Die Namenkunde (Onomastik) ist in der modernen Wissenschaftsland-
schaft keine rein linguistische Disziplin mehr, die sich mit lediglich lexi-
kalischem Interesse allein auf die Einzelnamen konzentriert. Vielmehr ist
sie nunmehr eingebunden in ein Wissenschaftsgeflecht, das Soziologie,
Pragmatik, Anthropologie, Kulturwissenschaft und Semiotik mit erfaßt. Der
Forschungsgegenstand 'Eigenname' verlangt darüber hinaus auch noch
Beachtung durch die Psychologie, Wirtschaft und Jura.

Neben einer solchen interdisziplinären Einbindung findet der Name aber
auch eine gezielte Beachtung im Alltag: Eine Fülle von Situationen der
Lebenspraxis (Geburt, Taufe, Eheschließung, Kinderkuscheltiere, Haus-
tiere, Gegenstände usw.) und Formen des gesellschaftlichen Umgangs
(Höflichkeit, Begrüßen, Briefanrede, Gesprächseröffnungen, Dialog-
schließungen usw.) sind in Ritualen und Konventionen standardisiert,
wobei die Namen in vielfältiger Weise eine zentrale Rolle der Textge-
staltung und des Gesprächsverlaufs innehaben.

Dabei wird nicht nur die kulturelle Relevanz, sondern auch, darüber hi-
naus, z.B. bei der Translation (Übersetzen) oder in der transnationalen
Wirtschaftskommunikation, die interkulturelle Dimension des Eigennamens
sinnfällig. Sie entscheidet zu einem gewichtigen Teil über Signale der In-
tegration, des kulturellen Wissens, des Mißverstehens und Mißtrauens,
der fremdkulturellen Toleranz, der Sympathie, der Vertrauensbildung und
Anerkennung.

Entscheidend sind solche Prozesse gerade in der Fachkommunikation,
die das beruflich-fachliche Handeln begleitet. Eigennamen in der fachbe-
zogenen Kommunikation, Eigennamen-im-Fach aber eigens auszugrenzen
aus den Vorkommen der Alltagswelt, erscheint aus verschiedenen As-
pekten heraus nur bedingt (bei Termini z.B.) sinnvoll. Eine Analyse auf
rein lexikalischer Ebene jedenfalls erweist sich als unbrauchbar, um Na-
men in der Arbeitswelt eigens auszuweisen. Vielmehr sind hier komplexe
Dimensionen der Methodik gefordert: diese muß eine spezifische Inter-
disziplinarität des analytischen Vorgehens berücksichtigen und die Kul-
turgebundenheit von Eigennamen und ihre Verwendung in Texten be-
achten.

Das Buch zeigt in kritischer Auseinandersetzung mit wissenschaftskon-
servativen Vorschlägen zu den Eigennamen in der Welt des fachlichen
Handelns ein breites Spektrum auf, in dem die moderne Onomastik die
Eigennamen sieht und analysiert.
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