Erschienen: 30.09.2004 Abbildung von Janssen | Russische Ökonomen in Deutschland (1910-1933) | 2004 | 20

Janssen

Russische Ökonomen in Deutschland (1910-1933)

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2004. Taschenbuch. 227 S. Personenregister. Softcover

Metropolis-Verlag. ISBN 978-3-89518-467-3

Format (B x L): 14,8 x 22,5 cm

Produktbeschreibung

In der deutschsprachigen Literatur wird die Geschichte der Beziehungen zwischen deutscher und russischer Wirtschafts- und Gesellschaftslehre seit Peter dem Großen häufig als ein überwiegend einseitiger Prozess des Wissenstransfers von West nach Ost beschrieben: Rußland habe auf dem Felde der Ökonomie von Deutschland gelernt, ohne seinerseits in größerem Maße auf die Entwicklung hierzulande befruchtend einzuwirken, heisst es. So ist die Geschichte des russischen Wirtschaftsdenkens und seines Einflusses auf Deutschland bis heute weitgehend unbekannt geblieben. Dieses Defizit ist um so schmerzlicher, wenn man bedenkt, welche Dimension das russische Denken in Deutschland zu Anfang des 20. Jh. hatte, vor allem als im Zuge der großen Emigrationswelle nach der Oktoberrevolution 1917 Deutschland einer der wichtigsten Zufluchtsorte der russischen Diaspora geworden war. Janssens Untersuchung soll helfen, die Natur dieser reichen Beziehungen vor allem während der Weimarer Zeit aufzuhellen. Dazu dient eine Analyse der russischen Beiträge in den deutschen wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschriften zwischen 1910 und 1933. Um ein überraschendes Ergebnis vorwegzunehmen: Es gab im Untersuchungszeitraum eine sehr große Zahl an Veröffentlichungen russischer Ökonomen in Deutschland ? weit mehr als von britischen, französischen oder amerikanischen Autoren, teilweise mehr als von diesen zusammen.
Bei den zu untersuchenden Publikationen russischer Autoren handelt es sich keineswegs um einen Aufguss westlicher Gedanken. Manche Beiträge, etwa Kondratieffs Arbeit über ?Die langen Wellen der Konjunktur?, Tschajanows Studien über die bäuerliche Familienwirtschaft sowie Leontiefs und Marschaks Frühschriften gelten heute als Pionierarbeiten und sind schon damals überall in der Welt beachtet worden. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass wir keinen einseitigen Wissenstransfer von West nach Ost zu konstatieren haben, denn in der Gegenrichtung haben russische Beiträge äußerst anregend auf die Entwicklung der deutschen Nationalökonomie gewirkt.
Janssens Studie ist Teil eines Forschungsprojektes zum deutsch-russischen Wissenstransfer in der Ökonomik, das vom Institut für Wirtschaftssysteme, Wirtschafts- und Theoriegeschichte der Universität Hamburg verantwortet wird. In diesem Rahmen ist bereits die Abhandlung von J. Zweynert und D. Riniker über Werner Sombart in Rußland erschienen. Ein weiterer Band (Heinz Rieter, Leonid D. ?irokorad, Joachim Zweynert (Hg.): Deutsche und russische Ökonomen im Dialog. Wissenstransfer in historischer Perspektive) über die Bedeutung einzelner russischer und deutscher Gelehrter für den Meinungsaustausch zwischen Ost und West sowie über den wechselseitigen Einfluss wirtschaftswissenschaftlicher Schulen erschien Dezember 2005.

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