Erschienen: 15.04.2017 Abbildung von Hildebrandt / Tautz | Protestanten in Zeiten des Kalten Krieges | 2017 | Der Wittenberger Kirchentag zu...

Hildebrandt / Tautz

Protestanten in Zeiten des Kalten Krieges

Der Wittenberger Kirchentag zum Lutherjubiläum 1983 im Fokus der Staatssicherheit

lieferbar, ca. 10 Tage

Buch. Softcover

2017

176 S.

Mitteldeutscher Verlag. ISBN 978-3-95462-878-0

Format (B x L): 15.2 x 21.1 cm

Gewicht: 264 g

Produktbeschreibung

Wohl kaum eine Handlung in der DDR ist bis heute derart im öffentlichen Bewusstsein verankert, wie das symbolische Umschmieden eines Schwerts zu einer Pflugschar auf dem Kirchentag vom 22. bis 25. September 1983 in Wittenberg. Eingebettet in eine Zeit atomarer Hochrüstung der beiden Militärblöcke, gab er mit seinem Motto ein wichtiges Signal im Jahr des 500. Geburtstages von Martin Luther: »Vertrauen wagen«. Dass der Staat damals kein Vertrauen wagte, wird aus der Tätigkeit des Staatssicherheitsdienstes der DDR rund um dieses Ereignis deutlich. Bereits am 3. Oktober wurde SED-Chef Erich Honecker ein zusammenfassender MfS-Bericht von Erich Mielke vorgelegt. Der Staatssekretär für Kirchenfragen, Klaus Gysi, bezeichnete den Kirchentag im Rückblick als »schlimmsten Kirchentag von allen«. Die SED hatte die Breitenwirksamkeit und internationale Aufmerksamkeit der kirchlichen Jubiläumsveranstaltungen, insbesondere der Kirchentage, zunächst unterschätzt und wachte nun mit Argusaugen über jede Regung protestantischer Aktivisten. Ob es Bischöfe, Pfarrerinnen oder schlichtweg Protestanten im Laienstand waren, das in ihrem Auftrag handelnde Ministerium für Staatssicherheit (MfS) sah in ihren Aktivitäten rundweg das Wirken »feindlich negativer Kräfte«. Mithilfe verschiedener Dokumente aus kirchlicher und staatlicher Überlieferung, Gesprächen mit Zeitzeugen und eigenen Erfahrungen gelingt es Annette Hildebrandt und Lothar Tautz diese (kirchen-)politisch nachhaltigste Großveranstaltung im Lutherjahr 1983 einem breiten Publikum nachhaltig zu erschließen. Prinzip ist es, die Quellen selbst sprechen zu lassen - in den historischen Kontext gestellt und behutsam kommentiert -, und da, wo diese nicht aus sich selbst heraus verständlich sind, mit Erläuterungen zu versehen.

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