Erschienen: 31.10.2015 Abbildung von Herzner | Die Sixtinische Decke - warum Michelangelo malen durfte, was er wollte | 1. Auflage | 2015 | 205 | beck-shop.de

Herzner

Die Sixtinische Decke - warum Michelangelo malen durfte, was er wollte

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Buch. Hardcover

2015. 2015

354 S.

Olms. ISBN 978-3-487-15229-5

Format (B x L): 17 x 24 cm

Gewicht: 986 g

Das Werk ist Teil der Reihe: Studien zur Kunstgeschichte; 205

Produktbeschreibung

Michelangelos Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle zählt zu den bedeutendsten Werken der europäischen Kunstgeschichte. Goethes vielzitierter Satz, „Ohne die Sixtinische Kapelle gesehen zu haben, kann man sich keinen anschauenden Begriff machen, was ein Mensch vermag“, gilt auch heute. Die kunsthistorischen Interpretationen, die sich mit diesem Werk auseinandergesetzt haben, sind inzwischen unüberschaubar. Auffällig ist, wie häufig dabei philosophische Theorien oder theologische Konzepte an Michelangelos Darstellungen herangetragen wurden, ohne zu beachten, ob seine bildlichen Formulierungen mit den unterstellten Prämissen übereinstimmen. Dass ein vorurteilsfreier und genauer Blick auf Michelangelos Meisterwerk auch heute ergiebig ist und neuen Erkenntnissen Raum geben kann, beweist die vorliegende Untersuchung.

Michelangelos Darstellung der Schöpfungsakte als machtvolle körperliche Aktionen steht in eklatantem Widerspruch zum christlichen Glauben, wonach die Schöpfung aus dem Wort Gottes erfolgte. Der Künstler ließ sich aber nicht von häretischen Vorstellungen leiten. Ihm ging es vielmehr darum, den philosophischen und theologischen Bestrebungen seiner Zeit eine kategorische Absage zu erteilen, die den Menschen als fähig ansahen, in der Selbstvervollkommnung gottgleich werden zu können. Michelangelo stellte deshalb Gott in überwältigender Allmacht dar, so daß er kein Ziel hochgreifender menschlicher Ambitionen sein kann. Jede derartige Bemühung hielt Michelangelo, von Jugend an ein Gefolgsmann Savonarolas, aus christlicher Sicht für sündhaft. Deshalb räumte er auch – ganz unzeitgemäß – dem Sündenfall einen Platz in der Mitte der Sixtinischen Decke ein. In Papst Julius II. fand er volle Unterstützung für sein Projekt.

--- STIMMEN ZUM BUCH---

"This investigation answers questions that could occur to scholars and nonspecialist visitors to the Vatican, of which there are a staggering five million annually. Herzner’s study of this monumental treasure should dismiss some less credible interpretations. Why was Michelangelo given so much freedom? The answers lie not only in the artist’s personality and relationships with individual popes, but in the theology he espoused. Acknowledging what must remain conjecture, Herzner offers solid interpretive skills to the issues, establishing a reasoned course of understanding." (Edna Carter Southard, Renaissance Quarterly LXIX, No. 4/2016)

"Die Sixtinische Decke, verbunden mit den Befunden Volker Herzners, warum Michelangelo malen durfte, was er wollte, ist ein spannendes Werk über ein faszinierendes Gemälde, das die Gemüter der Welt noch lange in Atem halten wird." (Gabriele Klempert, www.kunstbuchanzeiger.de, 8.01.2016)

Der Autor hat ein Buch vorgelegt, das auf einer gründlichen wissenschaftlichen Arbeit basiert, vor allem aber auf der Gabe, mit einem unvoreingenommenen Blick auf eines der bekanntesten Kunstwerke der europäischen Kulturgeschichte zu blicken (…) Volker Herzner hat einen Band zu einem Thema vorgelegt, von dem man annimmt, es wäre schon alles gesagt. Doch gerade das zeichnet den Autor aus: sich an Themen zu wagen, über die viel gesagt worden ist und grundlegende Fragen zu stellen. Darin kann er Vorbild für viele Kunsthistoriker sein und Lust machen, noch einmal die Decke der Sixtinischen Kapelle selbst genau zu betrachten." (Spunk Seidel, www.portalkunstgeschichte.de)****************"This investigation answers questions that could occur to scholars and nonspecialist visitors to the Vatican, of which there are a staggering five million annually. Herzner’s study of this monumental treasure should dismiss some less credible interpretations. Why was Michelangelo given so much freedom? The answers lie not only in the artist’s personality and relationships with individual popes, but in the theology he espoused. Acknowledging what must remain conjecture, Herzner offers solid interpretive skills to the issues, establishing a reasoned course of understanding." (Edna Carter Southard, Renaissance Quarterly LXIX, No. 4/2016)

Michelangelo’s ceiling paintings in the Sistine Chapel are among the most significant works in European cultural history. Goethe’s much-quoted statement that, “Until you have seen the Sistine Chapel, you can form no adequate conception of what man is capable of accomplishing,” remains true today. The range of art-historical interpretations of this work is vast. It is notable how often these attach philosophical theories or theological concepts to Michelangelo’s depictions without taking into account whether his visual formulations fit these assumptions. The present study proves that an unprejudiced and exact look at Michelangelo’s masterpiece can still be worthwhile today and can yield new insights.

Michelangelo’s depiction of the creation as a powerful physical act is in striking contrast to the Christian faith which describes the creation as the result of God’s word. However, the artist was not influenced by heretical ideas. He was seeking instead to present a categorical denial of the contemporary philosophical and theological theories that saw mankind as capable of becoming godlike through self-perfection. Therefore Michelangelo depicts a God of overwhelming omnipotence who cannot be the goal of overreaching human ambition, which Michelangelo, a follower of Savonarola since his youth, believed to be sinful. For the same reason he made space in the centre of the Sistine ceiling – also out of keeping with the times – for the Fall of Man. In Pope Julius II he found full support for his project.

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