Erschienen: 28.07.2006 Abbildung von Hardung | Arbeit, Sklaverei und Erinnerung | 1. Auflage | 2006 | 6 | beck-shop.de

Hardung

Arbeit, Sklaverei und Erinnerung

Gruppen unfreier Herkunft unter den Fulbe Nordbenins

lieferbar, ca. 10 Tage

Buch. Hardcover

Glossar, Anhang

2006

503 S. 48 s/w-Foto, 10 Illustrationen, 5 Tabellen, 1 Karte, 6 Diagrammen

Rüdiger Köppe. ISBN 978-3-89645-349-5

Format (B x L): 24 x 16 cm

Das Werk ist Teil der Reihe: Siegener Beiträge zur Soziologie; 6

Produktbeschreibung

Die vorliegende Studie befasst sich mit der gesellschaftlichen Bedeutung von Arbeit bei den Gannunkeebe, einer Bevölkerungsgruppe im Norden der heutigen Republik Benin, die sich überwiegend aus Nachkommen von Fulbesklaven zusammensetzt. Arbeit, so die zentrale These, wurde hier zu einem kulturellen Gut, über das sich Identität, die gemeinschaftliche Identifikation mit eigenen Werten herausbilden konnte. Dass dabei Mitglieder dieser Gruppe ihr Arbeitsethos an die Sklavenvergangenheit binden, lässt sich als selbstreflexiver Akt der Befreiung verstehen mit eben jenem Mittel, das zugleich die Bestimmung der Sklaven ausmachte, ihrer Arbeitskraft.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet der erinnerte Sklavenalltag und seine aktuellen Bezüge. Methodisch reflektiert wird der Zugang zum Erinnern in einer Gemeinschaft, die in einem höchst ambivalenten Verhältnis zu Status und Herkunft ihrer Vorfahren steht. Die Frage, welche Facetten aus den Lebenswelten der Sklaven im kollektiven Gedächtnis gewahrt bleiben und warum gerade diese, mündet in die Analyse der Kontinuitäten und Transformationen des Verhältnisses zwischen Gannunkeebe und Fulbe. Die Studie begleitet eine Auseinandersetzung mit subtilen Prozessen der Machtbildung und Erfahrungen von Egalität in den alltäglichen Austauschbeziehungen zwischen Nachkommen von Unfreien und Freien.

Die Arbeit basiert auf längeren Feldforschungen und beruht neben der Auswertung oraler Quellen auf der Sichtung von Archivmaterial aus der Kolonialzeit, das im ersten Teil des Buches über die Wahrnehmungen und Haltungen der Kolonialadministratoren zur sogenannten Sklavenfrage in den Nord-Provinzen Dahomeys aufgearbeitet ist.

The present study deals with the social importance of work in the Gannunkeebe society. The Gannunkeebe live in the north of the Republic of Benin, and are mainly composed out of Fulbe slaves offspring. Work is understood as a cultural commodity building identity and common identification with own values. The fact that members of this group tie down their work ethos to the slavery past can be understood as a reflexive act of liberation with the media which determined the slaves’ lives: their labour.
Another focus is set on the remembered slave everyday life and its actual reference. The access to commemoration of a society with a highly ambivalent relation to its status and origin is methodologically reflected. Which and why special facets of the slaves’ lives are and stay stored in the collective memory meet the analyses of continuity and transformations of the relation between Gannunkeebe and Fulbe peoples. This study accompanies an examination with subtle processes of power generation and experiences of egality in everyday exchange relations between succession of unfree and free people.
The book is based on long field works, evaluations of oral sources, and examinations of archive material from the colonial times. The first part of this work thus contains refurbishments of the conception and attitudes of the colonial administrators according the 'slavery question' in the northern provinces of Dahomey.

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