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Autorenpreis: Preis des Historischen Kollegs

Mit dem "Preis des Historischen Kollegs" zeichnet das Historische Kolleg das wissenschaftliche Gesamtschaffen einer Historikerin oder eines Historikers aus. Grundlage für die Auszeichnung ist laut Statut ein herausragendes Werk, "das wissenschaftliches Neuland erschließt, über die Fachgrenzen hinaus wirkt und in seiner sprachlichen Gestaltung vorbildhaft ist". Der Preis ist mit 30.000 € dotiert.

Für die Auszeichnung kommen Historikerinnen und Historiker aus dem In- und Ausland in Betracht. Vorschlagsberechtigt sind alle Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, die ein historisches Fach vertreten, außerdem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in vergleichbarer Stellung in außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie freie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Publizistinnen und Publizisten, die anerkannte historische Werke veröffentlicht haben.

Der Preis des Historischen Kollegs wird von einer Auswahlkommission verliehen, die aus den Mitgliedern des Kuratoriums des Kollegs sowie drei weiteren ausgewiesenen Persönlichkeiten besteht.

Der Preis des Historischen Kollegs, der seit 1983 alle drei Jahre vergeben wird, wurde bisher an Alfred Heuß, Arno Borst, Reinhart Koselleck, Thomas Nipperdey, Johannes Fried, Jan Assmann, Wolfgang Reinhard, Michael Mitterauer, Gerhard A. Ritter, Christopher Clark, Barbara Stollberg-Rilinger und zuletzt 2016 an Karl Schlögel verliehen.

 

Preis des Historischen Kollegs 2016

Mit dem Preis des Historischen Kollegs wird in diesem Jahr Karl Schlögel ausgezeichnet. Er erhält die Auszeichnung vornehmlich für sein Buch "Terror und Traum. Moskau 1937" (Hanser Verlag, München 2008). Das Buch erschien in mehreren Auflagen und wurde auch ins Englische, Russische, Polnische, Litauische, Schwedische, Niederländische und Spanische übersetzt. Der zum zwölften Mal verliehene Preis ist mit 30.000 Euro dotiert und hat sich als der deutsche Historikerpreis etabliert.

Das Jahr 1937 markiert den Höhepunkt des Terrors in der Sowjetunion. In seinem Buch entwickelt Schlögel ein Panorama Moskaus zwischen zaristischer Vergangenheit, Revolution, Aufbruch in die Moderne und stalinistischem Terror. So unterschiedliche Ereignisse wie der hundertste Geburtstag von Puschkin, die Eröffnung des Gorkji-Kultur- und Erholungsparks, Filmpremieren, Schauprozesse und Massenerschießungen werden in Episoden, funkelnden Miniaturen, miteinander verwoben. In besonderer Weise Walter Benjamin, diesem Denker der räumlichen Imagination, verpflichtet, hat Schlögel in diesem Werk wie auch in seinem Buch "Im Raume lesen wir die Zeit" (Hanser Verlag, München 2003) die Geschichtsschreibung methodisch bereichert. Der Raum steht auch im Zentrum des Sammelbandes, der die Ergebnisse seines Forschungskolloquiums am Historischen Kolleg (2005/2006) zusammenfasst: "Mastering Russian Spaces. Raum und Raumbewältigung als Probleme der russischen Geschichte" (pdf des Bandes).

1948 im Allgäu geboren, lehrte Schlögel von 1990 bis 1994 Osteuropäische Geschichte an der Universität Konstanz und von 1995 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2013 an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. Er ist gleichermaßen Gelehrter, glänzender Stilist und "public intellectual". Daher haben ihn die russische Annexion der Krim und die seither krisenhafte Situation in der Ukraine veranlasst, sich erneut intensiv mit der Geschichte der Ukraine zu befassen. Daraus ist das Buch "Entscheidung in Kiew. Ukrainische Lektionen" (Hanser Verlag, München 2015) entstanden. Aktuell arbeitet Karl Schlögel als Fellow der Carl Friedrich von Siemens Stiftung in München an dem Werk "Museum der Sowjetzivilisation".

Schlögel

Terror und Traum

Terror und Traum

Moskau 1937

lieferbar (3-5 Tage)

34,00 €

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