Erschienen: 01.08.2010 Abbildung von Donat | Deskriptive Metrik | 1. Auflage | 2010 | 15 | beck-shop.de

Donat

Deskriptive Metrik

lieferbar, ca. 10 Tage

Buch. Softcover

2010

180 S

Studien Verlag. ISBN 978-3-7065-4938-7

Format (B x L): 15,8 x 23 cm

Gewicht: 312 g

Produktbeschreibung

Die Deskriptive Metrik versteht sich als ein Beitrag zur systematischen metrischen Grundlagenforschung, der jedoch von vornherein auf praktische Anwendbarkeit ausgerichtet ist. Das Ziel ist klar umrissen: Es geht um die Entwicklung eines Modells, mit dessen Hilfe die Versdichtung der Literaturen der Welt (Gedichte, Versdramen u.ä.) gleichermaßen einfach wie präzise beschrieben und analysiert werden kann. Hierzu ist es im Sinne einer Gegenstandsbestimmung zunächst notwendig, eine adäquate Definition des Verses vorzulegen. Die Entscheidung zugunsten einer primär optischen (und eben nicht akustischen) Wesensbestimmung des Verses erfolgt aus systematischen Gründen und wird durch empirische Proben (Klabunds Gedichtband Die Harfenjule sowie Helmut Heißenbüttels Textbücher) sinnfällig gemacht.
Auf der Basis einer kritischen Bestandsaufnahme wichtiger jüngerer englisch-, deutsch- und russischsprachiger versifikationstypologischer Ansätze (John Lotz, Boris Buchštab, Christian Wagenknecht und Christoph Küper) wird im Hauptteil ein neues Beschreibungsmodell entwickelt. Es verfolgt ein konsequentes Grundprinzip: die gleichberechtigte Behandlung von Verskonstituenten (Silbe, Silbenprominenz, lautliche Übereinstimmung sowie Pausenfähigkeit) einerseits und den produktiven Prinzipien ihrer Anordnung (Anzahl, absolute und relative Position, beides sowohl horizontal entlang des Verses als auch vertikal in der Abfolge der Zeilen) andererseits. Für die gebundenen Versformen wird daraus schrittweise eine deskriptiv-typologische Matrix entwickelt, ein Beschreibungsraster, das es erlaubt, jede Versform hinsichtlich ihrer primären rhythmischen Merkmale adäquat zu beschreiben und von anderen Formen abzugrenzen. Für die ungebundenen Verse mit ihrem stets individuellen, prinzipiell unvorhersagbaren Rhythmus wird eine Systematik erarbeitet, die zwischen obligatorischen und fakultativen Merkmalen unterscheidet und Möglichkeiten einer nicht-defizitären, sondern wesensgemäß positiven Beschreibung aufzeigt.

Das Buch enthält eine Vielzahl von Gedichtbeispielen aus der deutschsprachigen Literatur wie auch aus anderen Sprachen. Sie dienen der Veranschaulichung der abstrakten Kategorien und unterstreichen zugleich die komparatistische Anlage des Buches.

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