Erschienen: 13.02.2018 Abbildung von Dehdarian | Selbstentwürfe in der Fremde | 1. Auflage | 2018 | beck-shop.de

Dehdarian

Selbstentwürfe in der Fremde

Der iranische Schriftsteller Bozorg Alavi im deutschen Exil

lieferbar, ca. 10 Tage

Buch. Softcover

2018

441 S

Otto-Friedrich-Uni. ISBN 978-3-86309-493-5

Format (B x L): 14.8 x 21.1 cm

Gewicht: 721 g

Das Werk ist Teil der Reihe: Bamberger Orientstudien

Produktbeschreibung

Gegenstand der Dissertation ist die Untersuchung von Leben und Exilerfahrung des prominenten iranischen Schriftstellers und Intellektuellen Bozorg Alavi. Er hat den Großteil seines Lebens im Exil in Deutschland verbracht, und zwar bis zur Wiedervereinigung in der DDR, wo er an der Humboldt-Universität als Iranist forschte und lehrte. Auch im Exil hat er nicht aufgehört, das Geistesleben und die Literatur in seiner Heimat entscheidend mitzuprägen. Die historische und kulturwissenschaftliche Erforschung des Exils iranischer Intellektueller, Literaten und Künstler, die im Laufe des 20. Jahrhunderts als politisch oder religiös Verfolgte in Deutschland Zuflucht fanden, stellt ein Desiderat dar. Desgleichen ist auch zu Bozorg Alavi, dessen Lebensweg in exemplarischer Form die historischen Entwicklungen in seiner Heimat Iran mit ihren soziokulturellen und politischen Veränderungen reflektiert, bisher kaum geforscht worden.

Im Rahmen des Dissertation wurden zwei Ziele erreicht: Zum einen ist es gelungen, den Lebensweg Bozorg Alavis auf zum gegenwärtigen Zeitpunkt breitest möglicher Quellengrundlage darzustellen und zu deuten. Zum anderen konnten auf der Grundlage bisher unbearbeiteter autobiographischer Zeugnisse des Autors, in Verbindung mit ausgewählten literarischen Quellen, Alavis Identitätsentwürfe während seiner Exilzeit herausgearbeitet werden. Im Kontext der politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen sowohl in seiner Heimat Iran, als auch in Deutschland, wurden seine autobiographischen Zeugnisse als der Ort identifiziert, an dem er über sich selbst und die Ereignisse, die auf ihn einwirkten, retrospektiv reflektierte. Vor diesem Hintergrund war es möglich, die Konflikte und Entwicklungen aufzuzeigen, denen Alavi während seiner Exilzeit ausgesetzt war. Es ließen sich entscheidende Veränderungen beobachten, sowohl was Alavis öffentliche, berufliche und politische Rollen, aber auch seine Sicht auf die Welt und seine Wertvorstellungen angeht. Gleichzeitig konnten aber auch Merkmale von Kontinuität und Kongruenz wahrgenommen werden. Alavi ist es trotz aller Veränderungen gelungen, immer wieder seiner ,Berufung', dem Schreiben, zu folgen. Die Ergebnisse aus diesem Projekt sind als personenbezogener Beitrag zur Exilforschung in Bezug auf iranische Literaten und Intellektuelle in Deutschland zu betrachten.

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