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Bratengeier

Die peripterale Tholos in der Geschichte der römischen Architektur

2010. Buch. 380 S.: 148 s/w-Abbildungen, 10 Farbabbildungen, 2 s/w-Tabelle. Softcover
Kovac ISBN 978-3-8300-4857-2
Format (B x L): 14,8 x 21 cm
Gewicht: 472 g
Das Werk ist Teil der Reihe:
In der Studie über die peripterale Tholos in der Geschichte der römischen Architektur arbeitet die Verfasserin ein Thema auf, das zu den seit langem angemahnten Desideraten der baugeschichtlichen Forschung gehört. Obwohl das Motiv des runden Grundrisses in einer langen Tradition in der antiken Architekturgeschichte steht, sind die formale Gestaltung sowie funktionale und geschichtliche Bedeutung der peripteralen Tholos noch immer zu großen Teilen unbekannt.
Die Grundstruktur des Bypus wird durch die zwei konzentrischen Kreise der Cella und der sie umgebenden Säulenhalle definiert. Dies macht die peripterale Tholos zu einem außergewöhnlich konsequenten Zentralbau. Gleichzeitig birgt diese Struktur bereits in sich Konflikte, insbesondere durch die grundsätzliche Unvereinbarkeit eines auf den Mittelpunkt bezogenen Kreisideals mit einer konkurrierenden Richtungsachse, die durch den Eingang markiert wird. Zudem bedingt die Art des Bypus eine möglichst frei stehende Anordnung als Solitärbau und ist daher meist auf besondere städtebauliche Situationen bezogen.
In der Studie wurde das baugeschichtlich-archäologische Material zum ersten Mal grundsätzlich vollständig gesammelt, nach dem Stand der Wissenschaft aufgearbeitet und plausibel erklärt. Darüber hinaus machte die Verfasserin es sich zur Aufgabe, nach dem typologischen und geschichtlichen Stellenwert, der Einordnung in das stadträumliche Gefüge sowie nach Anlass und Bedeutung der Ben zu fragen.
Es kristallisierte sich heraus, dass der Bypus über einen Zeitraum von ungefähr vier Jahrhunderten hinweg zu den besonders prominenten Bauaufgaben der Hauptstadt des römischen Imperiums gehörte, gleichzeitig wohl aber auch Einfluss auf die Architekturgeschichte des ganzen Reiches nahm. Dabei mag diese Bauaufgabe zu jenen Themen gehört haben, mit denen das zur ersten Weltmacht aufstrebende Rom einen konkurrenzfähigen kulturellen Anschluss an die eroberten Gebiete Griechenlands und Kleinasiens suchte.
So geht das Buch über die peripterale Tholos in der Geschichte der römischen Architektur über die reine baugeschichtliche Betrachtung hinaus. Vielmehr untersucht die Verfasserin die Ben in ihrem jeweiligen kulturhistorischen Kontext und macht so anhand der Bauaufgabe aufmerksam auf einen kulturellen Adaptionsprozess, dessen Bedeutung weit über die Tholos selbst hinausweist.
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