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Bozoyan

Schwer im Nachteil

Zur Diskriminierung übergewichtiger und adipöser Menschen in Schule und Arbeitsmarkt
2014. Buch. 350 S.: 27 s/w-Abbildungen, 43 s/w-Tabelle. Softcover
Kovac ISBN 978-3-8300-7449-6
Format (B x L): 14,8 x 21 cm
Gewicht: 436 g
Das Werk ist Teil der Reihe:
Die hohen Anteile übergewichtiger und adipöser Personen in Deutschland geben immer wieder Anlass zur Diskussion über die Folgen für die Gesellschaft und für Betroffene. Eine bisher offene Frage betrifft systematische Nachteile im Schulsystem und auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland. Die Frage nach gewichtsspezifischer Diskriminierung soll dieses Buch beantworten.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert: In Teil I werden zunächst unterschiedliche Verfahren zu Messung von Übergewicht und Adipositas vorgestellt und diskutiert. Der bekannte Body-Mass-Index (BMI) wird zusehends für die fehlende Differenzierung in fettfreie Masse und Fettmasse kritisiert. Die Literatursichtung zeigt, dass über die Hälfte der deutschen Erwachsenen von Übergewicht und Adipositas betroffen. Neuesten Studien verdeutlichen zwei Aspekte: 1) Sowohl in der Schule als auch auf dem Arbeitsmarkt existieren gewichtsbedingte Nachteile und diese sind 2) im Erwachsenenalter für Frauen stärker als für Männer. Zur Erklärung dieser Befunde werden in Teil II des Buches die wichtigsten Diskriminierungsansätze aus der Sozialpsychologie, der Soziologie und der Ökonomik präsentiert und auf die vorliegende Frage übertragen. Teil III umfasst drei empirische Studien, die Gewichtsdiskriminierung mit den Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) prüfen. In der Schulstudie wird Gewichtsdiskriminierung im Jugendalter in der Schule in Bezug auf die Notengebung und den Schulabschluss untersucht. Die Lohnstudie testet, ob trotz gleicher Produktivitätsmerkmale übergewichtige bzw. adipöse Arbeitnehmer weniger Lohn erhalten als normalgewichtige Angestellte. In der Arbeitslosigkeitsstudie werden Arbeitslose in Bezug auf die Dauer analysiert, die sie außerhalb des Arbeitsmarktes verbringen.

Alle drei Studien kommen zu einheitlichen Resultaten: In Deutschland werden übergewichtige und adipöse Personen sowohl in der Schule (und hier insbesondere bei der Wahl der Schulart) als auch auf dem Arbeitsmarkt (besonders deutlich bei den Einstellungschancen) systematisch benachteiligt. Außerdem wird verdeutlicht, dass der Body-Mass-Index besonders bei erwachsenen Männern als Maß für Übergewicht und Adipositas ungeeignet ist. Überdies scheinen Frauen tendenziell in höherem Maße für die Zunahme von Körperfett abgestraft zu werden, während Männer von mehr fettfreier Masse profitieren.
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