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Boretzki

Die Farbkräftigkeitsskala als phänometrisches Instrument

1996. Buch. 396 S. Hardcover
Kovac ISBN 978-3-86064-368-6
Ratingskalen sind ein weithin genutztes Instrument, um erlebte Eigenschaften psychometrisch zu erfassen. Sie werden in Fragebögen und semantischen Differentialen benutzt, um z.B. psychische Zustände, phänomenale Gegenstände oder phänomenale Umwelten zu erfassen. Die Anwendungsfelder reichen von umweltpsychologischen und differentiellen Fragestellungen über sinnesdiagnostische und psychophysikalische bis hin zur Psychometrie von Mensch-Technik-Schnittstellen. Vielfach ist dem Anwender die Psychologie des Ratings oder der Kategorienskalierung, d.h. die Psychologie der Quantifizierung von Eigenschaften unbekannt. Der Verfasser zeigt, dass diese Methodenkenntnis und ihre Umsetzung in der Anwendung entscheidende Bedeutung für die Validität der Kategorisierungsdaten hat.
Die Farbkräftigkeitsskala besteht aus neun Farbquadraten, die ein- und denselben Farbton in unterschiedlich kräftigen Stufen zeigt. Die Skala reicht z.B. von weiss bis zu einem kräftigen Blau. Der Proband soll das Farbquadrat ankreuzen, dass der Ausprägung der befragten Eigenschaft, z.B. des aktuellen Wohlbefindens, am besten entspricht, wobei der Bezug der Extrema der Skala zu den Ausprägungsextrema der Eigenschaft vorgegeben ist. Die Skala weicht in zwei Punkten von der herkömmlichen Rating-Technik ab. Die Skala besteht nicht aus Verbal- oder Numeralkategorien, sondern Farbkräftigkeiten. Darüberhinaus sind die Farbquadrate nicht nach Kräftigkeit geordnet, sondern anschaulich zufällig in einem 3x3-Schema vorgegeben. Der Autor untersuchte diese Skalierungstechnik im Vergleich zu Hellers Kategorienunterteilungsverfahren an einer Reihe psychophysikalischer Materialien, um Präzision, Einstufungsprozess, Spezifität und Trainierbarkeit zu ermitteln.
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