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Adenauers Welt

Ein Lesebuch zur Alltags- und Sozialgeschichte der frühen Republik
2005. Buch. 542 S. Softcover
Klartext ISBN 978-3-89861-483-2
An den "Ruinenalltag" der Jahre 1945 bis 1948/49 schloß sich eine Phase der Konsolidierung an, die etwa bis zur Mitte der fünfziger Jahre dauerte. In der Mitte des Jahrzehnts begann der Aufbruch ins Unbekannte, der zwar Anfang der sechziger Jahre keineswegs abgeschlossen war, aber bereits irreversibel die gesellschaftlichen Strukturen verändert hatte. Die Koordinaten des Alltäglichen verschoben sich vollständig. An die Stelle eines von Traditionen und hergebrachten Institutionen gesteuerten Alltags des Überlebens und der Not trat das entbundene und individualisierte Leben in der Wohlstands- und Massenkonsumgesellschaft - der Wandel hätte drastischer kaum ausfallen können, zumal sich eine neue, dauerhafte Ordnung des Alltäglichen bis heute kaum abzeichnet.
Die Alltagsgeschichte jener Jahre stand bereits häufig im Zentrum des Interesses. Jedoch waren es eher die Skurrilitäten und die Besonderheiten jener Jahre, die Aufmerksamkeit auf sich zogen, während der eigentliche Alltag wenig Beachtung fand. In diesem Quellen- und Lesebuch ist das anders. Hier wird erstmals ein Blick auf die Routinen des Alltags geworfen - und auf die schleichenden Veränderungen, in deren Folge schließlich alles anders wurde. Dazu haben die Herausgeber Quellen und Texte aus ganz unspektakulären Zusammenhängen ausgewählt: von Radioprogrammen über Fahrpläne, Heiratsanzeigen, Verbrauchsstatistiken und ärztlichen Protokollen bis hin zu ersten Meinungsumfragen und Briefen an den Kummerkasten einer Illustrierten reicht das Spektrum der ausgewählten Texte. Hier sind jene Facetten des Lebens dokumentiert, die für sich genommen trivial erscheinen, in ihrer Summe aber ein breites Panaroma einer Gesellschaft entfalten, die uns trotz ihrer Nähe fremd geworden ist.
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