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Adelhof

Raumbindung und Handlungsmuster lokaler Wirtschaftsbetriebe im Rahmen der Integrierten Stadtteilentwicklung

Eine europäische Fallstudie am Beispiel Berlin und Kopenhagen
2008. Buch, Buch. 308 S.: 18 s/w-Abbildungen, 22 s/w-Tabelle, 4 Farbtabellen.
Kovac ISBN 978-3-8300-3155-0
Das Werk ist Teil der Reihe:
Die Untersuchung beschäftigt sich mit den Möglichkeiten, lokale Wirtschaftsbetriebe in benachteiligten Stadtquartieren im Rahmen der Integrierten Stadtteilentwicklung zu aktivieren und einzubinden. Als Datengrundlage dienen eine quantitative Erhebung zur relationalen Raumbindung und eine qualitative Erhebung zu Handlungsmustern und -motiven der Betriebe in zwei Untersuchungsgebieten in Berlin und Kopenhagen. Ziel ist es, die Bedeutung lokaler Wirtschaftsbetriebe anhand ihrer relationalen Raumbindung und ihrer Handlungsmuster und -motive für das Stadtquartier und seinen Aufwertungsprozess zu analysieren.

Ausgangspunkt der Studie sind neue integrative Ansätze der Stadtteilentwicklung, die ökonomische Erneuerungsstrategien mit einbeziehen und lokale Wirtschaftsbetriebe als Akteure des Aufwertungsprozesses im Stadtquartier verstehen. Die Praxis zeigt, dass die Förderung der lokalen Wirtschaft und Beschäftigung mittlerweile ein bedeutendes Ziel im Aufwertungsprozess benachteiligter Stadtquartiere darstellt. Dennoch können aufgrund mangelnder Erfahrungen und überforderter Partner kaum Maßnahmen realisiert werden, die die wirtschaftliche Lage in den Gebieten verbessert. Die Beteiligung lokaler Wirtschaftsbetriebe an Maßnahmen im Rahmen der Integrierten Statteilentwicklung ist darüber hinaus sehr gering.

Angesichts dieser unbefriedigenden Resultate werden die Ursachen von planerischer Seite vermehrt bei den wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Rahmenbedingungen gesucht. Auf programmatischer Ebene werden die unzureichende örtliche Fokussierung und der zumeist fehlende Sozialraumbezug der wirtschafts- und beschäftigungsfördernden Maßnahmen dafür verantwortlich gemacht. Den lokalen Wirtschaftsbetrieben wird in diesem Prozess hingegen ein originäres Interesse an der Entwicklung des Stadtquartiers und der Beteiligung an Aufwertungsprozessen nachgesagt, was sich aus ihrer engen Verbindung zum Stadtquartier (Raumbindung) und aus ihrem wirtschaftlichen Interesse/Handeln ableitet. Ihre zumeist wirtschaftlich prekäre Lage schränkt die Beteiligungsmöglichkeiten jedoch ein. Die Autorin greift diese Argumentation auf und hinterfragt die Bedeutung der Raumbindung und des wirtschaftlichen Handelns lokaler Wirtschaftsbetriebe für den Aufwertungsprozess im Rahmen der Integrierten Stadtteilentwicklung.

Die Studie ergibt, dass der Einfluss der relationalen Raumbindung auf die Entwicklung des Stadtquartiers weit geringer ist als ihr von theoretischer und programmatischer Seite zugesprochen wird.

Die qualitative Untersuchung mündet in einer Typologie unterschiedlicher Handlungstypen lokaler Wirtschaftsbetriebe, die sich aufgrund ihrer spezifischen Beteiligungsformen im Rahmen der Integrierten Stadtteilentwicklung auch als Ausgangspunkt planerischer Ansätze eignet. Die Studie zeigt auf, dass die wenigsten Handlungstypen den inhaltlichen Anforderungen der Programme gewachsen sind. Sie sind zumeist schwer zu motivierende und ungeeignete Akteure im Rahmen der Integrierten Stadtteilentwicklung. Die wichtigsten identifizierten Beiträge der Betriebe im Rahmen der Integrierten Stadtteilentwicklung erfolgen in den meisten Fällen abseits inhaltlicher programmatischer Präferenzen. Handlungen der Betriebe kommen mit Ausnahmen nur indirekt und ohne bewusste betriebliche Einflussnahme einer Aufwertung des Stadtquartiers im Rahmen der Integrierten Stadtteilentwicklung zugute.
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