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Achour / Beer / Bielmann

Gentechnik

Herausgegeben von Peter Massing
2006. Buch. 192 S.
Wochenschau ISBN 978-3-89974-243-5
Format (B x L): 14,8 x 21 cm
Das Werk ist Teil der Reihe:
z.B. in den USA (http://www.umich.edu/news/Releases/2003/May03/r051303.html), zeigen, dass der Informationsstand der Bevölkerung heute eher schlechter zu sein scheint als noch vor 10 Jahren. Immer noch gibt es große Informationsdefizite darüber, was Gentechnologie ist und vor allem darüber, was mit Gentechnologie möglich ist. Unbestritten ist mitt-lerweile, dass die Frage, was der Gentechnologie erlaubt und was ihr verboten werden sollte, nicht durch den Wissenschaftsbetrieb selbst oder eine akademischen Ethik allein beantwortet werden darf. Es ist vor allem Sache der Politik und hier der politischen Öffentlichkeit, zu entscheiden, welche Forschung sie zulassen, welches Wissen sie also gewinnen und welches sie ggf. anwenden lassen will. Unter diesen Voraussetzungen ist eine informierte und urteilsfähige Öffentlichkeit unabdingbar. Genau hier setzt die politische Bildung ein, die nicht nur zentrale Informationen über das komplexe Feld der Gentechnologie vermitteln muss, sondern deren Aufgaben vor allem darin besteht, über die verschiedenen rechtlichen, religiösen, ethischen, anthropologisch-philosophischen und gesellschaftspolitischen Diskurse aufzuklären und zur individuellen politischen und moralischen Urteilsfähigkeit und politischen Handlungsbereitschaft beizutragen. Dies ist vor allem das Ziel des vorliegenden Heftes der Politischen Bildung.
Es beginnt mit einem Beitrag von Wolfgang Beer „Gentechnik: ein Thema für Politik und politische Bildung“, in dem der Autor die politischen Potenziale der Gentechnik auslotet. Dabei stellt er vier Anwendungsfelder der Gentechnologie exemplarisch dar: Gendiagnostik, Stammzellforschung, Klonforschung und Präimplantationsdiagnostik und erschließt sie in ihren gesellschaftlichen und politischen Konfliktdimensionen. Danach zeigt er, ausgehend von unterschiedlichen Menschenbildern, Kriterien und Maßstäbe auf, die zur politisch-moralischen Beurteilung gentechnischer Entwicklungen genutzt werden können.
In seiner Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Menschenbildern ist Wolfgang Beer schon einen ersten Schritt in Richtung Ethik gegangen. Im Beitrag von Edith Droste „Verlorene Eindeutigkeit“ stehen nun ethische Konzeptionen zur Beurteilung gentechnischer Forschung und Anwendung im Zentrum. Ihr Ausgangspunkt ist, dass es in Fragen der Biotechnologie keine eindeutigen oder gar verbindlichen ethisch-moralischen Vorgaben gibt. Der Mensch ist vielmehr darauf verwiesen, in Auseinandersetzung mit unterschiedlichen ethischen Konzeptionen sich selbst ein Urteil zu bilden, sich zu informieren, die Argumente zu gewichten und zu einer eigenen Position zu gelangen. Auf der Grundlage dieser Diagnose stellt die Autorin die interessenfundierte Bioethik, die christlich-humanistische Ethik und die Verantwortungsethik gegenüber und diskutiert deren Auswirkungen auf die Gentechnologie. Darin, dass dieser ethische Diskurs geführt und ermöglicht wird, sieht sie eine der wichtigsten Aufgaben der politischen Bildung, die so jedem Einzelnen helfen kann, zu einem eigenen ethischen Urteil zu gelangen.
Diese ethische Diskussion findet ihre Ergänzung in dem Aufsatz von Katrin Platzer „Präimplantationsdiagnostik und Stammzellforschung: Aktuelle Herausforderungen der Reproduktionsmedizin und Humangenetik“. Die Autorin stellt nicht nur unterschiedliche Formen der modernen Reproduktionsmedizin und Gentechnik dar, sie diskutiert auch zahlreiche medizinische, ethische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen, die sich daraus ergeben. Zum Beispiel: Welchen Status hat ein Embryo? Wie ändert sich das Bild von Elternschaft und die Rolle der Frau? Soll die Präimplantationsdiagnostik – und wenn ja, unter welchen Bedingungen – zugelassen werden? Welche Chancen und Risiken verbinden sich mit der embryonalen Stammzellforschung und dem therapeutischen Klonen? Am Ende plädiert die Autorin dann für die Etablierung einer Gesprächsethik, in der sich die vielfältigen, lebendigen Beziehungsverhältnisse artikulieren können.
Die offenbar a
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