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Der RICHARD BOORBERG VERLAG stellt vor

Die eindrucksvollen und anschaulichen Reportagen von Professor Dr. Benno Heussen bieten vielfältige Einblicke in die Innenwelt des Rechts im Allgemeinen und die anwaltliche Arbeit im Besonderen. Die Aufzeichnung seiner beruflichen Stationen und Lebenserinnerungen ist einzigartig und illustriert, wie sehr sich das Berufsbild des Anwalts in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat.

Hier ein kleiner Vorgeschmack:

Die Welt als Vorstellung – die 68er

 

Ich lernte Rolf Pohle in der Referendarzeit kennen, als wir gelegentlich im Kleinen Bungalow in der Türkenstraße am Flipper standen und ein paar Erfahrungen austauschten, die wir in den sich anbahnenden Demonstrationsprozessen gesammelt hatten. Um uns herum Studenten und Referendare , die Flipper schepperten, die Tilt-Sirene jaulte, wenn Bernd Eichinger oder Wim Wenders (unbekannte Filmstudenten) ihr Glück erzwingen wollten. Gegenüber ihre Konkurrenz: Faß-binder und seine Entourage im Stopp-in, die »Altbranche« (Bavaria-Produzenten et cetera) hing ab 22:00 Uhr im Alten Simpel rum. Peter »Bärchen« Sloterdijk, der mit Bernd Eichinger in einer Kommune hauste , machte seine ersten Schreibversuche.

 

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Karl-Heinz Pawla bediente die Druckmaschine, und wer nicht zahlte, bekam einen von Dieter Kunzelmann entworfenen Mahnbrief : »Konterrevolutionärer Sausack! Wer bei der Kommune I Schulden macht, unterstützt die etablierten Mächte. Du übles Subjekt/Sie stinkender Geizkragen/Ihr undankbaren Widerlingestehst/stehen/steht bei uns schon seit Wochen/Monaten/Jahren mit dem Betrag von……. in der Kreide……. Wenn die Mäuse nicht binnen einer Woche auf un-erem Konto……. sind, passiert was!«

 

 

Studenten und Proletarier

…….. der unterhaltsame junge (und gelegentlich betrunkene) Professor Blei , versuchte es mit anderen Mitteln: für seine kabarettreifen Einlagen erntete er oft stürmischen Beifall, aber gerade das machte es nicht einfach, dahinter die Umrisse des Strafrechtssystems zu erkennen. Die gefährliche Körperverletzung demonstrierte er am Bei-piel der, mit dem nackten Hintern auf die Herdplatte gesetzten Ehefrau, um damit zu erläutern, wie ein sonst nützlicher Gegenstand zu einer gefährlichen Waffe werden kann. An meine erste Klausur schrieb er den unvergessenen Kommentar: »Verfasser hat die Probleme des Falles nicht einmal erahnt«!

 

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Die netten Mädels in der Elefantenbar dachten nicht ans Sparen, kannten aber andere Auswege: Bolle (Milch – und Lebensmittelhändler, bekannt seit Zille), sucht LKW-Fahrer für die Nachtschicht! Ich bekam in der Nachtschicht 2,03 DM pro Stunde in die Lohntüte - doppelt soviel wie eine wissenschaftliche Hilfskraft und außerdem »Deputat«: Milch, Käse, Sahne usw. Es gab bessere Jobs in der Stadt, z.B. im Flamingo, einer eleganten Nachtbar am Zoo , wo Studenten allabendlich hinter der Bühne in einer durchsichtigen Badewanne eine dicke Schaumschicht erzeugen mussten. Die schoben sie dann, als Negersklaven verkleidet, auf die Bühne, damit die Tänzerinnen schaumgeborene Venus spielen konnten. Stundenlohn: 3,50 DM und Sekt. Diese Jobs wurden aber nur unter Physikern weiter vererbt, die wussten, wie man Schaum schlägt………………………….

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Heussen

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Boorberg

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978-3-415-04958-1

2013

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